HRMS Steuerberater und Fachanwälte: Kanzlei im Überblick

Wer in Schwäbisch Hall oder der Region Crailsheim einen Rechtsstreit führt, ein Unternehmen gründet oder seine Steuerlast optimieren möchte, steht schnell vor der Frage: Wo findet man eine Kanzlei, die beides kann? Steuerrecht und Anwaltsmandat aus einer Hand, ohne dass man zwischen zwei Büros pendeln muss. Genau dieses Bedürfnis hat in den letzten Jahren zu einer spürbaren Konsolidierung im deutschen Kanzleienmarkt geführt, und HRMS ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie dieser Wandel in der Praxis aussieht.

Fusion statt Neustart: Wie HRMS entstand

Anfang 2022 schlossen sich zwei etablierte Kanzleien zusammen, die in der Region bereits über Jahrzehnte Vertrauen aufgebaut hatten. Aus Hoffmann & Röhrich Steuerberater und Röhrich & Metschke Rechtsanwälte wurde die neue Partnerschaftsgesellschaft HRMS – Röhrich Metschke Straub, Steuerberater & Rechtsanwälte PartG mbB. Der Sitz der Kanzlei liegt in Wettbach 1/1 in Schwäbisch Hall, eine Zweigstelle befindet sich in Crailsheim.

Was auf dem Papier wie eine schlichte Namensänderung wirkt, ist strukturell deutlich mehr. Die Fusion vereint steuerrechtliche Kompetenz mit anwaltlicher Spezialisierung unter einem Dach, darunter eine Fachanwältin für Miet- und WEG-Recht, eine Fachanwältin für Strafrecht sowie einen Patentanwalt. Das ist kein Zufallsprodukt, sondern eine bewusste Antwort auf die steigende Nachfrage nach interdisziplinärer Rechtsberatung, die sich nicht in Schubladenkategorien pressen lässt.

Berufsrecht als unsichtbares Fundament

Was Mandanten häufig unterschätzen: Hinter jeder Steuerberatungs- oder Anwaltskanzlei steht ein dichtes Netz berufsrechtlicher Regelungen. Für Rechtsanwälte gelten unter anderem die BRAO, die BORA, die Fachanwaltsordnung sowie das RVG. Steuerberater unterliegen dem StBerG, der DVStB, der BOStB und der StBVV. Diese Regelwerke legen nicht nur die Zulassungsvoraussetzungen fest, sondern bestimmen auch Honorarrahmen, Verschwiegenheitspflichten und Haftungsfragen.

Die Berufsaufsicht über HRMS liegt entsprechend bei zwei Institutionen: der Steuerberaterkammer Stuttgart für den steuerberatenden Teil und der Rechtsanwaltskammer Stuttgart für die anwaltliche Seite. Für Mandanten bedeutet das ein doppeltes Qualitätssicherungsnetz, was bei einer interdisziplinär aufgestellten Kanzlei keine Selbstverständlichkeit ist.

Digitalisierung und KI: Was sich in Kanzleien gerade verändert

Der deutsche Steuerberatungsmarkt ist größer, als viele vermuten. Die Top 25 Prüfungs- und Beratungsgesellschaften erzielten 2023 zusammen einen kumulierten Inlandsumsatz von 13,0 Milliarden Euro, wobei allein die Big Four (PwC, EY, KPMG und Deloitte) mit 10,2 Milliarden Euro einen Marktanteil von rund 51,5 Prozent auf sich vereinen. Für mittelständische und regionale Kanzleien wie HRMS bedeutet das: Der Wettbewerb ist real, aber die Positionierung über lokale Nähe, Spezialisierung und persönliche Beratung bleibt ein starkes Differenzierungsmerkmal.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Branche in einem Tempo, das vor fünf Jahren kaum absehbar war. Laut der STAX-Studie 2024 der Bundessteuerberaterkammer gilt ein klarer Zusammenhang: Je höher der Digitalisierungsgrad einer Kanzlei, desto positiver entwickelt sich ihr Umsatz. Noch aufschlussreicher ist die Verbreitung von KI-Tools. Bereits drei Viertel aller Steuerkanzleien setzen sie ein, bei Kanzleien mit mehr als 100 Mitarbeitern liegt der Anteil bei bemerkenswerten 95 Prozent. Automatisierte Belegerfassung, KI-gestützte Steuerprüfungen, digitale Mandantenportale, das sind keine Zukunftsszenarien mehr.

HRMS als digitaler Mittelweg?

Für eine Kanzlei der Größenordnung von HRMS stellt sich die Frage nach der richtigen digitalen Infrastruktur auf eine sehr konkrete Weise. Zu groß für analoge Workflows, zu individuell für rein standardisierte Softwarelösungen. Die Herausforderung besteht darin, digitale Effizienz mit dem zu verbinden, was eine spezialisierte Regionalkanzlei ausmacht: die persönliche Kenntnis lokaler Gegebenheiten, gewachsene Mandantenbeziehungen und ein Netzwerk in der Region.

HRMS als Begriff: Wenn das Akronym zwei Welten beschreibt

Interessanterweise trägt die Kanzlei ein Kürzel, das in einer völlig anderen Branche eine eigene Bedeutung hat. HRMS steht im Personalwesen für Human Resource Management System, also eine Softwarekategorie, die Unternehmen bei der Verwaltung von Mitarbeiterdaten, Gehaltsabrechnungen, Zeiterfassung und Onboarding unterstützt. Zu den bekanntesten Anbietern in diesem Segment zählt etwa ADP, gegründet 1949 und heute einer der größten globalen Lohndienstleister. Ein HRMS unterscheidet sich dabei vom einfacheren HRIS dadurch, dass es den umfassendsten Funktionsumfang bietet, inklusive Lohnabrechnung und Zeitwirtschaft. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, findet unter HRMS.rocks weiterführende Informationen zu Anbietern, Funktionsvergleichen und Implementierungsstrategien. Für die gleichnamige Kanzlei in Schwäbisch Hall ist dieser Doppelsinn zwar eine gelegentliche Verwechslungsquelle, ändert aber nichts an ihrer klar definierten Fachidentität.

Strukturelle Vielfalt im deutschen Steuerberatungsmarkt

Ein Blick auf die Berufsstruktur zeigt, wie heterogen das Feld ist. Laut aktuellen Zahlen führen 39,7 Prozent der deutschen Steuerberater eine Einzelkanzlei, 32,2 Prozent sind Partner oder Gesellschafter einer Berufsausübungsgesellschaft und 27,1 Prozent sind angestellt tätig. HRMS gehört damit zur mittleren Kategorie, jenen Partnerkanzleien, die weder die Ressourcen der Big Four besitzen noch die Flexibilität eines Einzelkämpfers, dafür aber mit gebündelter Spezialisierung punkten können.

Diese Struktur hat strategische Vorteile, besonders wenn Mandanten komplexe Sachverhalte mitbringen, die sowohl steuerrechtliche als auch zivilrechtliche Fragen berühren. Ein Unternehmensverkauf etwa, der gleichzeitig gesellschaftsrechtlich, steuerlich und vertragsrechtlich abgewickelt werden muss, ist genau das Terrain, auf dem interdisziplinäre Kanzleien ihren Mehrwert zeigen können.

Was eine Kanzlei wie HRMS für Mandanten konkret bedeutet

Regionale Kanzleien mit breitem Fachprofil werden oft unterschätzt. Wer mit einem steuerlichen Problem kommt und dabei auch eine anwaltliche Begleitung braucht, muss nicht mehr von Tür zu Tür. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Kommunikationsbrüche zwischen verschiedenen Beratern, die denselben Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln betreuen.

  • Steuerberatung für Privatpersonen und Unternehmen
  • Fachanwaltliche Begleitung in Miet- und WEG-Recht
  • Strafrechtliche Vertretung durch spezialisierte Fachanwältin
  • Patentrechtliche Beratung über eigenen Patentanwalt
  • Zweigstelle in Crailsheim für die umliegende Region

Ob diese Kombination für jeden Mandanten optimal ist, hängt vom Einzelfall ab. Aber der Ansatz, steuerliche und rechtliche Beratung strukturell zu verknüpfen, statt sie parallel laufen zu lassen, ist ein Modell, das im deutschen Kanzleienmarkt an Bedeutung gewinnt. Die Fusion von Anfang 2022, aus der HRMS hervorging, ist damit weniger ein regionaler Sonderfall als ein Spiegel einer branchenweiten Entwicklung.