Wie die Stadtwerke Schwäbisch Hall die Region mit Strom versorgen
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Die Stadtwerke Schwäbisch Hall versorgen die Stadt und Teile des Umlands mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser und betreiben dafür das örtliche Verteilnetz. Die Stadt Schwäbisch Hall zählt nach Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg rund 41.000 Einwohner, die Versorgungsaufgabe reicht über das Stadtgebiet hinaus. Wer wissen will, was ein kommunaler Versorger in der Region leistet, schaut auf drei Dinge: Erzeugung, Netz und die Verbindung zum städtischen Haushalt.
Wie versorgen die Stadtwerke Schwäbisch Hall die Region mit Strom?
Die Stadtwerke Schwäbisch Hall verbinden zwei Aufgaben, die rechtlich getrennt geführt werden müssen: den Betrieb des Stromnetzes und den Verkauf von Energie. Erzeugungsanlagen in der Region speisen in dieses Netz ein, der Strombedarf der Kunden wird daraus und über den Handel gedeckt.
Die Trennung ist keine Formalie. Das Energiewirtschaftsgesetz verlangt die Entflechtung von Netzbetrieb und Vertrieb (§§ 6 ff. EnWG), damit das Netz allen Lieferanten zu gleichen Bedingungen offensteht. Ein Haushalt in Schwäbisch Hall kann den Lieferanten wechseln, das Netz vor der Haustür bleibt dasselbe.
Wie hoch der Anteil regionaler erneuerbarer Erzeugung an der Strombilanz in einem einzelnen Jahr ausfällt, weist der Versorger in eigenen Veröffentlichungen aus. Eine amtliche Erhebung auf Ebene eines einzelnen Netzgebiets gibt es dazu nicht, weshalb kursierende Prozentwerte ohne Jahresangabe und Quelle keine belastbare Aussage sind.
Welche Erzeugungsanlagen tragen zur Bilanz der Stadtwerke Schwäbisch Hall bei?
Zur Erzeugungsbilanz der Stadtwerke Schwäbisch Hall tragen Photovoltaik, Windkraft und die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme bei. Photovoltaik liefert den Hauptteil in den Sommermonaten, Windkraft vor allem im Winterhalbjahr, die Kraft-Wärme-Kopplung läuft wärmegeführt.
Die Verteilung über das Jahr erklärt, warum ein Versorger beide Erzeugungsarten braucht. Als Faustregel gilt in der Region, dass Solarstrom den Sommer trägt und Windstrom das Winterhalbjahr. Solarstrom fällt in Hohenlohe zwischen Mai und August in großer Menge an und in den dunklen Monaten kaum, Windstrom folgt dem umgekehrten Muster. Ein Portfolio aus beidem glättet die Einspeisung, ohne dass Speicher oder Zukäufe jede Lücke schließen müssen.
Vor Ort: Freiflächenanlagen stehen auf der Hohenloher Ebene überwiegend auf Flächen entlang von Verkehrswegen, weil das Baurecht dort privilegierte Korridore für Photovoltaik vorsieht.
Flächen für Wind und Sonne sind in der Region endlich, und deshalb gewinnt die dritte Erzeugungsform an Gewicht, die aus einer Energiemenge zwei Produkte macht.
Welche Rolle spielt die Kraft-Wärme-Kopplung in Schwäbisch Hall?
Die Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt in Schwäbisch Hall Strom und Wärme in einem Vorgang. Die Abwärme aus der Stromerzeugung geht in das Fernwärmenetz, statt ungenutzt abzugehen, was den Brennstoffeinsatz je erzeugter Einheit senkt.
Der Nutzen hängt an der Wärmesenke. Ein gekoppeltes Kraftwerk arbeitet nur dann wirtschaftlich, wenn die Wärme in erreichbarer Entfernung abgenommen wird, also in dichter bebauten Quartieren, in öffentlichen Gebäuden, in Schulen und Bädern. Die Altstadt von Schwäbisch Hall liegt am Kocher und ist dicht bebaut, was den Leitungsbau teuer macht, die Abnahme je Trassenmeter aber hoch hält.
Für Neubaugebiete im Umland stellt sich die Frage anders. Wer dort ein Haus plant, entscheidet zwischen Anschluss an ein Wärmenetz und einer eigenen Anlage, und wie tief diese Entscheidung in die Planung eingreift, zeigt der Blick auf eine Stadtvilla in Holzbauweise.
Wie ist das Stromnetz der Stadtwerke Schwäbisch Hall aufgebaut?
Das Stromnetz der Stadtwerke Schwäbisch Hall ist ein Verteilnetz in Mittel- und Niederspannung. Übernommen wird der Strom an Umspannpunkten aus dem vorgelagerten Hochspannungsnetz, verteilt wird er über Ortsnetzstationen bis zum Hausanschluss.
Das Netz ist der Teil des Geschäfts, der nicht im Wettbewerb steht. Für Netze mit weniger als 100.000 angeschlossenen Kunden, die nicht über die Landesgrenze reichen, genehmigt nach § 54 Absatz 2 EnWG die Landesregulierungsbehörde die Netzentgelte, in Baden-Württemberg das zuständige Landesministerium. Der Netzbetreiber kann die Entgelte also nicht selbst festsetzen.
Die Qualität des Netzes zeigt sich an den Unterbrechungen. Die Bundesnetzagentur erhebt dafür jährlich den SAIDI-Wert, also die durchschnittliche Dauer der Versorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher, und veröffentlicht ihn je Netzbetreiber. Ein Verteilnetz mit hohem Anteil an Erdkabeln schneidet dabei in der Regel besser ab als ein Netz mit vielen Freileitungen, was im ländlichen Teil des Landkreises Schwäbisch Hall eine Rolle spielt.
Die Aufgaben am Netz haben sich mit der dezentralen Erzeugung verschoben. Ein Niederspannungsnetz, das für Verbrauch gebaut wurde, nimmt heute Einspeisung aus Dachanlagen auf und versorgt Wärmepumpen und Ladepunkte, was Messtechnik, Steuerung und Querschnitte betrifft.
Welches Gebiet versorgen die Stadtwerke Schwäbisch Hall?
Das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Schwäbisch Hall umfasst das Stadtgebiet mit seinen Teilorten und reicht je Sparte unterschiedlich weit in das Umland. Grundlage ist der Konzessionsvertrag mit der jeweiligen Gemeinde, der die Nutzung öffentlicher Wege für Leitungen regelt.
Konzessionsverträge für Strom und Gas laufen nach § 46 EnWG höchstens zwanzig Jahre und werden danach neu ausgeschrieben. Für eine Gemeinde ist das der Moment, in dem die Frage nach dem Netzbetreiber tatsächlich offensteht, und für einen kommunalen Versorger der Moment, in dem sich das Versorgungsgebiet verändern kann.
Vor Ort: Die Grenze des Versorgungsgebiets verläuft nicht entlang der Kreisgrenze, weshalb in Nachbargemeinden des Hohenlohekreises andere Netzbetreiber zuständig sein können als in den Teilorten der Stadt.
Wer das Netz betreibt, bestimmt auch, wer in der Region über Anlagen und Beteiligungen mitreden kann.
Wie können sich Bürger an Anlagen der Stadtwerke Schwäbisch Hall beteiligen?
Eine Beteiligung an Erzeugungsanlagen läuft in der Regel über Nachrangdarlehen, über Energiegenossenschaften oder über Zeichnungsangebote zu einzelnen Projekten. Angeboten werden solche Modelle projektbezogen, mit begrenztem Volumen und klar benannter Laufzeit.
Die Beteiligung von Bürgern und Gemeinden ist inzwischen auch gesetzlich angelegt. Nach § 6 EEG 2023 dürfen Betreiber von Wind- und Solarparks den Standortgemeinden Zahlungen von bis zu 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde anbieten, ohne gegen das Verbot der Vorteilsgewährung zu verstoßen. Für eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall ist das eine planbare Einnahme, die an der Anlage hängt und nicht am Haushaltsbeschluss.
Direktbeteiligungen sind Kapitalanlagen mit Risiko und keine Spareinlage. Wer zeichnet, prüft Rang, Laufzeit und Kündigungsrechte, und bei größeren Summen gehört die steuerliche Behandlung der Erträge geklärt, wofür in der Region Kanzleien mit doppelter Zulassung der naheliegende Ansprechpartner sind.
Was bedeuten die Stadtwerke Schwäbisch Hall für den städtischen Haushalt?
Die Stadtwerke Schwäbisch Hall sind für die Stadt mehr als ein Versorger, sie sind ein Posten im Haushalt. Zahlungsströme entstehen über die Konzessionsabgabe für die Nutzung der öffentlichen Wege, über Gewinnabführungen und über den steuerlichen Querverbund.
Die Konzessionsabgabe ist der Höhe nach begrenzt. Nach § 2 der Konzessionsabgabenverordnung gilt für Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohnern bei Tarifkunden ein Höchstsatz von 1,59 Cent je Kilowattstunde Strom. Für eine Stadt in der Größe von Schwäbisch Hall ergibt das eine Einnahme, die mit dem Stromverbrauch im Gebiet schwankt und nicht politisch gesetzt wird.
Der steuerliche Querverbund wirkt in die andere Richtung. Das Körperschaftsteuerrecht erlaubt kommunalen Unternehmen unter engen Bedingungen, Verluste aus dauerhaft defizitären Bereichen wie Bädern und Nahverkehr mit Gewinnen aus der Versorgung zu verrechnen. Was in der Region seit Jahren den Betrieb von Schwimmbädern mitträgt, steht damit in direkter Verbindung zum Stromgeschäft.
Was hat die Region von den Stadtwerken Schwäbisch Hall?
Die Region hat von einem kommunalen Versorger drei Dinge: Entscheidungen über Netz und Erzeugung fallen am Ort, Erträge bleiben in der Kommune, und Ausbauprojekte lassen sich mit kommunaler Planung abstimmen. Der Preis dafür ist das unternehmerische Risiko, das die Stadt mitträgt.
Die Nähe zeigt sich dort, wo Versorgung auf Planung trifft. Ein Wärmenetz in einem neuen Baugebiet, Ladepunkte an städtischen Parkflächen oder die Anbindung einer Freiflächenanlage sind Vorhaben, bei denen Netzbetreiber und Verwaltung dieselbe Karte lesen. Zwischen Heilbronn und Nürnberg liegen mehrere Landkreise, in denen diese Abstimmung über Konzernzentralen außerhalb der Region läuft.
Für Betriebe und Haushalte in der Stadt bedeutet die Nähe vor allem kürzere Wege bei Anschlussfragen. Ein Hausanschluss, eine Erhöhung der Anschlussleistung für eine Wärmepumpe oder die Anmeldung einer Dachanlage laufen über eine Stelle am Ort, die den Straßenzug kennt. Was in anderen Netzgebieten über Vertriebspartner und zentrale Hotlines läuft, ist hier eine Adresse in der Stadt.
Das Risiko bleibt davon unberührt. Ein kommunales Unternehmen haftet mit seinem Vermögen, und Fehlinvestitionen in Erzeugung oder Netz landen am Ende im Haushalt der Stadt. Was in der Region als Modell gilt, ist deshalb keine Garantie, sondern eine Struktur, die Entscheidungen näher an die Betroffenen rückt und ihnen zugleich das Ergebnis zurechnet.